"Warum versteht uns keiner?"
Bericht zur Veranstaltung "Das Jugendamt im Spiegel der Medien. Hilfen und Hinweise im Umgang mit Medien/Krisenmanagement
Fachtagung, Berlin, 23.-24.04.2009
Am 23./24. April 2009 hatte die Arbeitsgruppe Fachtagungen Jugendhilfe im Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) Leiter/innen von Jugendämtern und Allgemeinen Sozialen Diensten nach Berlin in das Ernst-Reuter-Haus eingeladen, um im Rahmen einer Fachtagung über das Thema: "Das Jugendamt im Spiegel der Medien. Hilfe und Hinweise im Umgang mit Medien und Krisenmanagement" zu diskutieren. Die Tagung wurde gemeinsam von Herrn Prof. Beckmann, Geschäftsführender Direktor des Difu, und Herrn Prof. Wiesner, Leiter der Abteilung Kinder- und Jugendhilferecht im BMFSFJ, eröffnet. Beide betonten, ebenso wie Herr Dr. Haller, Leiter des Jugendamtes Leipzig und Moderator dieser Tagung, dass Medienarbeit im Aufgabenportfolio der Jugendämter bisher noch unterrepräsentiert sei und es hier noch einen großen Fortbildungsbedarf gebe. An vielen "medialen Beispielen", wie z.B. der Berichterstattung über Kinderschutzfälle aus der letzten Zeit, ließe sich beweisen/erkennen, dass sich Jugendämter in der Öffentlichkeit einer großen Erwartungshaltung gegenübersehen.
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Dr. Maria Kurz-Adam, Leiterin des Jugendamtes der Stadt München; Dr. Siegfried Haller, Leiter des Jugendamtes der Stadt Leipzig; Ministerialrat Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhard Wiesner, Leiter des Referats Rechtsfragen der Kinder- und Jugendhilfe, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Berlin |
Schlechte Presse? "Was passiert, wenn ‚es' passiert…"
Dr. Maria Kurz-Adam, Leiterin des Jugendamtes der Stadt München, referierte in ihrem Eingangsvortrag darüber, "was passiert", wenn es für das Jugendamt im Zusammenhang mit einem Kinderschutzfall schlechte Presse gibt und wie das Jugendamt dann mit der Presse kommuniziert und zusammenarbeitet. Sie sprach über ihre Erfahrungen mit den Medien anhand eines exemplarischen Kinderschutzfalles in ihrem Amt und da insbesondere auch über die für sie als Amtsleiterin schwierige Balance zwischen Opferschutz und dem Schutz ihrer Mitarbeiter/innen. Wichtig sei im "Akutfall" neben einer juristischen Beratung und Absicherung eine klare Dienstanweisung, eine Strategie, wer den Fall im Amt weiterbearbeitet, ein funktionierendes Informationsmanagement innerhalb des Amtes und welche Mitteilungen (präzise formuliert) nach außen an die Medien weitergegeben werden. Unbedingt zu beachten sei dabei, dass es auch einen moralischen Datenschutz gebe, das bedeute, nicht zu intim über das Opfer zu sprechen. Bezogen auf die Medien ihr Resümee: "Ich glaube, wir müssen einfacher werden, damit man uns in der Öffentlichkeit besser versteht und wir uns auch selber besser verstehen." Darüber hinaus sollten Kinderschutzfälle Anlass für Organisationsveränderungen sein, die dazu beitragen, die Mitarbeiter/innen in ihrer Handlungssicherheit zu stärken, damit hoffentlich nie (wieder) gesagt werden muss: "Diese Stadt hat ein Kind verloren.". In der medialen Öffentlichkeit braucht ein Jugendamt "Nehmerqualitäten" - wie im Boxen. Warum? Das Jugendamt und die Polizei müssen ihre Fakten immer "gerichtsfest" machen, bevor sie damit an die Öffentlichkeit gehen, und diese "Gründlichkeit" kostet Zeit. Die Presse braucht das nicht. Das macht "es" schwieriger. Aber einfach sein, ist auch schwierig.
"Sagen Sie gleich die völlige Wahrheit, dann ist das Thema morgen erledigt." Oder:
"Ihre Mitarbeiter sind unsere besten Informanten."
Michael Konken, Freier Journalist und Vorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbandes, sprach aus Sicht eines Medienvertreters über die "Kommunikation in kritischen Situationen", was Medienvertreter/innen dann von der Jugendhilfe erwarten und wie Kommunikation in der Zusammenarbeit gelingen kann. Das Jugendamt stehe mit so sensiblen Themen wie z.B. Kinderschutz immer im Lichte der Öffentlichkeit, da diese von großem allgemeinem Interesse und auch emotional hoch besetzt seien. Eine kritische Berichterstattung könne deshalb nie ganz verhindert werden. Umso wichtiger sei es - mit Bezug auf die beiden oben gemachten Aussagen -, den Journalisten schnelle, vollständige, klare Auskünfte zu geben, so dass alle wichtigen Details auch nachrecherchierbar sind, also: Fakten, Fakten, Fakten - und natürlich auch einen zentralen Ansprechpartner für diese Auskünfte zu benennen und dies sollten in aller Regel die Verantwortungsträger, also der Jugendamtsleiter/die Jugendamtsleiterin, sein. Wichtig sei, sich "die Sache" nicht aus der Hand nehmen zu lassen, sondern mitzumachen und am besten helfe hier "Wahrheit statt Kosmetik".
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Michael Konken, Journalist, Vorsitzender des Deutschen Journalistenverbandes, Gewerkschaft der Journalistinnen und Journalisten, Berlin: "Das Jugendamt aus Sicht der Medien - Kommunikation in kritischen Situationen" |
"Danke, dass Sie das fragen, Herr Journalist.
Diese Fragen haben wir auch, wir werden das klären."
Gina Graichen, Kriminalhauptkommissarin und Leiterin des Kommissariats für Delikte an Schutzbefohlenen im Landeskriminalamt Berlin, und Bernhard Schodrowski, Stellvertretender Pressesprecher der Berliner Polizei, bestätigten, dass Delikte, bei denen Kinder betroffen sind, so genannte "Offizialdelikte", immer von besonderem öffentlichen Interesse seien. Für die Polizei gebe es hier allerdings keinerlei Ermessensspielraum, es müsse immer ermittelt werden. Bei einem Anruf müsse die Entscheidung getroffen werden, ob eine Information an das Jugendamt ausreicht oder die Polizei selber hinfährt. Das Jugendamt werde über das Vorgehen unverzüglich, spätestens aber bis zum Ablauf des nächsten Tages, informiert. Problematisch sei dabei manchmal, dass es keine gemeinsame Sprache zwischen beiden Institutionen gebe, das erschwere manchmal die Zusammenarbeit. Wie man mit der Presse in Kontakt bleibt und auch "angemessen" kommuniziert, erklärte Bernhard Schodrowski mit dem oben stehenden Satz, "das habe noch immer funktioniert".
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Gina Graichen, Landeskriminalamt Berlin; Bernhard Schodrowski, Pressestelle der Berliner Polizei |
Die bisher genannten Aspekte wurden dann in einer nachfolgenden Podiumsdiskussion vertieft, die in der Dokumentation zu dieser Tagung zusammen mit allen anderen Fachbeiträgen nachzulesen sein wird und die zeitnah zur Tagung erscheint.
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Podiumsdiskussion: "Best case - worst case?! Zu guter Arbeit gehört auch gute Öffentlichkeitsarbeit..." Cornelia Scheplitz, Amt für Jugend und Soziales, Frankfurt/Oder; Michael Konken, Journalist, Berlin; Dr. Siegfried Haller, Stadtjugendamt Leipzig; Gina Graichen, Landeskriminalamt Berlin; Bernhard Schodrowski, Pressestelle der Berliner Polizei; Dr. Maria Kurz-Adam, Stadtjugendamt München |
"Das Prinzip Verantwortung auszubuchstabieren"
Am Ende des ersten Arbeitstages wurde klar, dass erst gar nicht "die Not, in einer schwierigen Situation ein (Presse)Feuer auszutreten" entstehen sollte, sondern Pressearbeit als Alltagsgeschäft verstanden werden muss. Spätestens der Fall Kevin mache deutlich, dass das Jugendamt nicht im Geheimen arbeitet, sondern eine gesellschaftlich verantwortungsvolle Aufgabe zu erfüllen hat, die auch ein entsprechendes Fehlermanagement einschließt. Das bedeute, wie Dr. Maria Kurz-Adam es formulierte, das "Prinzip Verantwortung auszubuchstabieren", weil Pressearbeit kein Ereignis ist, das über uns hereinbricht, sondern Bestandteil des Qualitätsmanagements im Jugendamt sein müsse. Auch deshalb, weil das Jugendamt als Fachbehörde einen "Deeskalationsauftrag" habe, um "Ruhe ins System zu bringen". Cornelia Scheplitz, Abteilungsleiterin im Amt für Jugend und Soziales im Jugendamt Frankfurt (Oder), fragte nach, wie man denn diesbezüglich eine "Harmonisierung" mit der Presse erreichen könne. Die Beantwortung dieser Frage war zentraler Bestandteil der Diskussion am zweiten Tag.
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Jens Schellhass, Radio Bremen; Cornelia Scheplitz, Amt für Jugend und Soziales, Frankfurt/Oder |
"Das ‚tote Kind' hat mit den höchsten Nachrichtenwert überhaupt."
Sonja Enders, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Koblenz-Landau, stellte in ihrem Beitrag Befunde aus dem aktuellen Forschungsprojekt zur Medienrepräsentanz von Jugendämtern vor. Sie gliederte ihren Vortrag in drei Teile:
- Jugendämter in der Presse - nur Negativ-Schlagzeilen?
- Ein Fall - viele Schlagzeilen - was fällt auf? ("Kevin")
- Ein Jugendamt und zahlreiche Medien - viele Möglichkeiten oder viele Risiken?
Frau Enders wertete insgesamt 1300 Artikel aus regionaler und überregionaler Presse aus. Sie kam zu dem Schluss, dass die regionalen Presseartikel deutliche Übereinstimmungen in Bezug auf die Anzahl und Inhalte der Artikel sowie in der Darstellung der Jugendämter zeigen, sich jedoch wesentlich von der "gefühlten" negativen Berichterstattung und den Artikeln in der überregionalen Presse unterscheiden. Deutlich wurde dabei auch, dass die regionale Presse wesentlich mehr und auch kontinuierlicher über "das Jugendamt" berichtet als die überregionale Presse, die eher auf einzelfallbezogene Ereignisse reagiert. Die Berichterstattung verdoppelt sich bei den regionalen Zeitungen während dramatischer Einzelfälle, wohingegen sie sich in der überregionalen Presse mindestens verfünffacht. Dies lässt sich auch gut am Fall "Kevin" darstellen. Hier habe die Auswertung der Berichterstattung zum Fall "Kevin" ergeben, dass zu den beiden Polen, 1. das Jugendamt, das nichts tut und 2. das Jugendamt als Kinderklaubehörde jetzt 3. das überforderte Jugendamt kommt. Diese "Art Schlagzeilen" werde u.a. auch dazu genutzt, um auf die Be- und Überlastung in Jugendämtern aufmerksam zu machen und über Zustände in den Ämtern zu informieren. Ein Fazit von Frau Enders war somit, dass es wichtig ist, Öffentlichkeitsarbeit vor der Krise zu machen, damit in der Krise die Chance besteht, die Medienarbeit aktiv mit zu gestalten, und dass die Wahrnehmung von Chancen und Risiken abhängig von der Gestaltung der Öffentlichkeitsarbeit des Jugendamtes ist. Das Jugendamt kann nicht nicht öffentlich sein.
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Sonja Enders, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Fachbereich Erziehungswissenschaften, Universität Koblenz-Landau: "Das Jugendamt im Spiegel der Medien. Aktuelle Forschungsergebnisse" |
Öffentlichkeitsarbeit ist ein Führungsthema, an jedem Tag!
Zu diesem Thema folgten anschließend drei Statements aus der kommunalen Praxis. Dr. Peter Marquard, Leiter des Amtes für Soziale Dienste in Bremen, sprach über "Fallverständnis und Fallentwicklung nach Abzug der Sensationskarawane". Seine Erfahrung sei, dass Medieninteressen Marktinteressen folgen und deshalb "ein gelingender Alltag, der unser Leben im Jugendamt viel mehr bestimmt als Einzelfälle " nicht so berichtenswert ist. Dazu komme die Neigung der Presse, das Jugendamt in der Regel für die Entstehung von Problemen verantwortlich zu machen. Allerdings seien Fallverständnis und Fallentwicklung relativ unabhängig vom Medieninteresse. Im Jugendamt Bremen habe es "vor Kevin" keine festen Regeln für die Öffentlichkeitsarbeit gegeben. Dies habe sich danach geändert, es wurden viele Fragen von Führungskultur diskutiert, entsprechende Änderungen vorgenommen und u.a. auch eine strukturierte Öffentlichkeitsarbeit aufgebaut.
"Mit der Presse reden? Ich wollte es eigentlich (erst) nicht …"
Petra Daniela Hörner, Abteilungsleiterin Förderung freier Träger, Entgeltfinanzierung und Pressearbeit im Jugendamt Stuttgart, stellte die "Gestaltung amtsinterner Informationswege" in ihrem Jugendamt vor. Ihre Erfahrung sei, dass es sehr hilfreich ist, den eigenen inneren Widerstand gegen Mitarbeiter/innen von der Presse abzulegen, "sie sind nicht anders als wir", mit der Zeit entstehe dann auch das notwendige Vertrauen. Wenn das Alltagshandeln gut strukturiert sei, brauche es auch keine Extra-Regelungen im Krisenfall. Im Jugendamt Stuttgart sei allen Mitarbeitern bekannt, dass sie neben dem Amtsleiter innerhalb des Jugendamtes die zentrale Ansprechpartnerin für Pressefragen sei und auch die Entscheidungen über die Art und Weise der Zusammenarbeit mit den Medien treffe. Dies sei vor allem auch ein Schutz für die Mitarbeiter/innen, besonders in einem Krisenfall. Wichtig wäre es, sich weder im Alltag noch in der Krise von der Presse unter Druck setzen zu lassen und vor allem glaubwürdig in seinen Aussagen zu bleiben. Auch wenn das im Einzelfall bedeuten könne, dass die Presse auf eine spätere Stellungnahme "vertröstet" werden muss, damit vollständige Informationen an die interessierte Öffentlichkeit weitergegeben werden können.
Und wenn das Ergebnis nicht stimmt?
Anselm Brößkamp, Leiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes im Kreis Plön, sprach über seine Erfahrungen im Umgang mit Medienvertretern "zwischen Ergebnisvermittlung und Fehleranalyse". Grundsätzliche Dinge, die er in der Zusammenarbeit mit Medienvertretern beachtet, seien u.a. folgende: Gemachte Zusagen einhalten/ Rückrufen/ Offensives und kooperatives Handeln/ Frühestmöglich informieren/ Informationsabgleich mit Dritten/ Entscheiden, was geht raus, was bleibt drin/ Zusätzliche Themen anbieten! In jedem Fall sei aber eine eigene Fehleranalyse selbstverständlich, Fehler sollten dabei nicht verheimlicht oder minimiert werden, aber: "Sie müssen (auch) nicht auf alle Fragen antworten". Es gelte, im Erststadium eines "Falls" eine offensiv zurückhaltende Informationspolitik zu betreiben. Wenn Nebenabreden und Absprachen von der Presse missachtet werden, sollte ggf. ein Leserbrief, eine Gegendarstellung oder eine Programmbeschwerde veranlasst werden. Allerdings sei es bei schlechten Erfahrungen wichtig, zukünftig vielleicht die Zusammenarbeit mit einer bestimmten Person, aber keinesfalls mit dem ganzen Medium zu verweigern.
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Anselm Brößkamp, Allgemeiner Sozialer Dienst, Kreis Plön; Dr. Siegfried Haller, Stadtjugendamt Leipzig; Petra-Daniela Hörner, Stadtjugendamt Stuttgart; Dr. Peter Marquard, Amt für Soziale Dienste Bremen: "Öffentlichkeitsarbeit ist ein Führungsthema an jedem Tag" |
Das selbstbewusste und verantwortungsvolle Jugendamt, "seine" Psychologie und der Umgang mit öffentlichem Druck
Thomas Krützberg, Leiter des Jugendamtes Duisburg, schilderte sehr persönlich seine Erfahrungen in einem Krisenfall in Duisburg, der hohe Wellen in der Presse, in der Öffentlichkeit und im eigenen Amt geschlagen und auch bei ihm seine Spuren hinterlassen hat. Ihm sei klar, dass Fehler der Mitarbeiter Fehler des Chefs sind und das in der Außenwirkung auch immer bleiben. Trotzdem sei es nicht immer leicht, eine professionelle Haltung und Distanz gegenüber der Öffentlichkeit zu bewahren: "Ich spreche für eine Behörde, nicht für mich.", wenn die eigene Familie per Telefon und E-Mail anonym bedroht und beschimpft werde. Aber was könne man tun, um nicht persönlich angegriffen zu werden bzw. wie lernen, damit umzugehen?
Manfred Karremann, Dipl.-Sozialarbeiter und langjähriger Autor beim "Stern" und beim ZDF, hat teilweise ähnliche Erfahrungen nach der Ausstrahlung seiner Sendungen gemacht und empfahl, aus Gründen des (psychischen) Selbstschutzes ggf. auf das Lesen von Leserbriefen in Zeitungen und insbesondere von E-Mails und Blogs im Internet etc. zu verzichten. Vor allem in letzterem Medium könne sich jeder ungehemmt entfalten, dies sei weder steuer- noch kontrollierbar. Er stellte dann die Frage in den Raum, woher die Konfrontation zwischen Medien und Jugendämtern kommt, und berichtete aus seiner Sicht als Medienvertreter von seinen Bemühungen, einen Film über die präventive Arbeit von Jugendämtern zu machen, der aber letztendlich an der mangelnden Mitwirkungsbereitschaft des Jugendamtes scheiterte. Dabei seien eine Menge Ressourcen (Zeit + Geld + Nerven) verloren gegangen. Inzwischen sei nun ein solcher Film, u.a. mit der Beteiligung der Jugendämter Duisburg und Berlin-Mitte, im Entstehen. Seine Erfahrung sei, Jugendämter wollen, dass das Fernsehteam kommt, wenn alles gut läuft. Aus filmerischer Sicht ist es aber wichtig, dass "ein Hilfeprozess" begleitet und dadurch erkennbar wird, warum z.B. dieser gut gelaufen ist. Hier würde sich Herr Karremann eine größere Offenheit bei den Jugendämtern wünschen und keine Verzögerungstaktik, aus der Angst heraus, die Arbeit des Jugendamtes könnte kritisch dargestellt werden.
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Thomas Krützberg, Stadtjugendamt Duisburg; Dr. Siegfried Haller, Stadtjugendamt Leipzig; Manfred Karremann, Autor, Dokumentarfilmer, Referent beim Bundeskriminalamt, Friedrichshafen |
Und für die Zukunft?
"Sehe ich so aus, als müssten Sie Angst vor mir haben?", fragte Jens Schellhass, Journalist bei Radio Bremen, auf dieser Tagung in die Runde und wir alle haben zusammen gelacht und so hoffe ich, auch etwas mehr Vertrauen in die Zusammenarbeit mit der jeweils anderen Profession entwickelt.
Kerstin Landua
Leiterin der Arbeitsgruppe Fachtagungen Jugendhilfe
Kontakt: landua@difu.de


