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Frühe Hilfen interdisziplinär gestalten. Zum Stand des Aufbaus früher Hilfen in Deutschland

Fachtagung, Berlin, 19.-21.11.2008

Die Veranstaltung ist leider ausgebucht, daher sind keine Anmeldungen mehr möglich.

Fachtagung der Arbeitsgruppe Fachtagungen Jugendhilfe im Deutschen Institut für Urbanistik in Kooperation mit dem Nationalen Zentrum Frühe Hilfen und der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin DGSPJ e.V.



Das Aktionsprogramm „Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und soziale Frühwarnsysteme“ wurde auf der Basis des Koalitionsvertrages bereits Anfang des Jahres 2OO6 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend entwickelt. Es nimmt Familien mit Kindern in belasteten Lebenssituationen von der vorgeburtlichen Entwicklung bis zur frühen Kindheit in den Blick und greift Initiativen in Ländern und Kommunen auf, die bereits vielerorts gewachsen sind.

Diese Tagung ist eine Folgetagung der im Jahr 2OO6 veranstalteten Fachtagung „Frühe Intervention und Hilfe. Vom Neben- zum Miteinander von Pädiatrie und Jugendhilfe“, die Pädiatrie und Kinder- und Jugendhilfe weiter praktisch näher bringen will. Dabei ist den Veranstaltern eine Zwischenbilanzierung der 2OO6 auf der ersten Tagung vorgestellten Präventions-Projekte sehr wichtig.

Heute ist die Situation anders als noch vor zwei Jahren: Vielerorts in Deutschland gibt es gute Entwicklungen für einen frühen und aktiven Kinderschutz, die auch in den Beschlüssen der Konferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefs der Länder berücksichtigt und in ein konkretes Maßnahmenpaket aufgenommen wurden. Damit ist das Thema Kinderschutz deutlich in das politische und gesamtgesellschaftliche Bewusstsein gerückt.

Gleichzeitig ist der Druck auf die Praxis durch mehr „gemeldete Fälle“ und mehr Bedarf an Beratung und Hilfe größer geworden. Auf kommunaler Ebene haben sich bereits zahlreiche Netzwerke und Projekte gebildet. Die Balance zwischen Kontrolle und Beratung/Hilfe/Förderung ist in diesem Zusammenhang neu zu diskutieren, auch im Hinblick darauf, wie eine Kultur des Hinsehens entwickelt werden kann.

Auf der Tagung werden alle drei Ebenen: Bund, Länder und Kommunen vertreten sein, der Schwerpunkt wird aber klar im kommunalen Bereich und hier in der Frage der Vernetzung liegen.

Gerade dieser wichtige Aspekt soll auf der Tagung näher konkretisiert werden, mit dem Ziel, Antworten auf folgende Fragen zu finden:

  • Was hat Netzwerkarbeit tatsächlich gebracht?
  • Was kann an Verantwortungskultur transportiert werden?
  • Wie kann auf kommunaler Ebene Verbindlichkeit erzeugt werden?
  • Wie kann man weitere anverwandte Professionen veranlassen, sich auf das Thema Netzwerkarbeit im Bereich der Frühen Hilfen einzulassen?
  • Wie können bestimmte Kooperationsaspekte mit der kinderärztlichen Seite sichergestellt und gewährleistet werden?
  • Wie generiert man Expertenwissen, z. B. von der Polizei oder Gerichtsmedizin und was wird mit diesem Wissen gemacht?
  • Wo sind die Fallstricke, auf die man aufmerksam machen kann?
  • Wie gestaltet sich in der Praxis der Umgang mit der Datenschutzproblematik und was sind hier die Grundlagen/die Maßstäbe für Entscheidungsfindungen?

Aber auch der Aspekt der Wirksamkeit Früher Hilfen soll – insbesondere auch für bestimmte Zielgruppen – diskutiert werden:

  • Was wissen wir darüber?
  • Wie ist erkennbar, wann und wo geholfen werden soll bzw. muss?
  • Welches "Handwerkszeug" steht der Praxis zur Verfügung?

Die Frage der Wirksamkeit wird daher bei der Darstellung der Praxisprojekte stets mitdiskutiert und evaluierte Praxis insbesondere im Hinblick darauf vorgestellt.

Im Verlauf der Tagung wird sich das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH), das 2OO7 im Rahmen des Aktionsprogramms „Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und soziale Frühwarnsysteme“ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) eingerichtet wurde, mit seinem Arbeitsauftrag und seinen Unterstützungsmöglichkeiten durch den Bund für die Praxis vorstellen.

Das Zentrum bündelt das vorhandene Wissen über Frühe Hilfen, unterstützt deren Auf- und Ausbau und bietet der Praxis eine Plattform für den Austausch von Wissen und Erfahrungen. Zudem koordiniert das NZFH die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in allen Ländern geförderten wissenschaftlichen Projekte zu Frühen Hilfen. Aus der Kooperation mit diesen Projekten und gemeinsam mit der Forschung und der Fachpraxis wird das NZFH zentrale Erfahrungen und Ergebnisse zusammenführen und daraus Empfehlungen und Standards für die Arbeit vor Ort entwickeln.

Anliegen dieser Tagung ist es, mit Ihnen, den Fachkräften aller beteiligten Professionen, darüber zu diskutieren:

  • wie eine gute Kooperation zwischen den Systemen für einen frühen und aktiven Kinderschutz gelingen kann,
  • welche Wege es für eine bessere Vernetzung und den Aufbau lokaler Hilfestrukturen in Deutschland gibt und wie diese umgesetzt werden können
  • sowie eine Zwischenbilanzierung der 2OO6 präsentierten Projekte vornehmen
  • und die politischen Entwicklungen und Schwerpunktsetzungen im Kinderschutz durch das Aktionsprogramm und die Arbeit des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen vorstellen.

Zielgruppe der Fachtagung sind Leitungskräfte und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in verantwortlichen Positionen in der Kinder- und Jugendhilfe, in Familienberatungsstellen und Familienbildungsstätten, in Gesundheitsämtern und Geburtskliniken, in der Pädiatrie, in Schwangerschafts- und Säuglingsberatungsstellen, Kinderschutzzentren und Nachbarschaftsheimen tätige Fachkräfte sowie Hebammen und Familienhebammen.

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zuletzt geändert am 27.10.2008 - Kontakt: webmaster@fachtagungen-jugendhilfe.de - Impressum