Psychisch gestört oder "nur" verhaltensauffällig? Kooperation von Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie in einem schwierigen Dunkelfeld
Eine Veranstaltung der Arbeitsgruppe Fachtagungen Jugendhilfe im Deutschen Institut für Urbanistik, Berlin, in Kooperation mit der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm
Fachtagung, Berlin, 11.-12.11.2010
Dieser Termin ist ausgebucht. Aufgrund der großen Nachfrage wird diese Tagung am 13./14. Januar 2011 wiederholt.
Als ein aktueller „Trend“ in der Kinder- und Jugendhilfe wird momentan das Phänomen diskutiert, dass es immer mehr verhaltensauffällige Jugendliche gibt. Schwierige Jugendliche müssen immer häufiger von der Kinder- und Jugendpsychiatrie betreut werden und sind damit auch (wieder) ein zunehmender „Markt“ für freiheitsentziehende Maßnahmen. Es steigen nicht nur die stationären Fallzahlen, sondern es ist auch eine Zunahme ambulanter Behandlungen bzw. Maßnahmen zu beobachten. Die betroffenen verhaltensauffälligen Kinder und Jugendlichen kommen dabei aus allen Gesellschaftsschichten und es gibt eine zunehmende Ratlosigkeit sowohl in der Kinder- und Jugendhilfe als auch in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, wie mit diesen Fragen umzugehen ist.
In diesem Kontext gibt es noch viele offene Fragen, wie z.B.:
- Brauchen wir für alle auffälligen Kinder und Jugendlichen immer eine umfassende Diagnostik?
- Werden Kinder und Jugendliche von der Jugendpsychiatrie in die Kinder- und Jugendhilfe "hinein diagnostiziert"?
- Findet eine zunehmende Psychiatrisierung von Jugendgewalt statt?
- Ist die Jugendhilfe ein "Wachstumsmarkt" für psychotherapeutische Therapien und welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Kinder- und Jugendpsychiatrie?
- Wie kann ein Netz für die Schwierigsten in Kooperation von Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie geknüpft werden (keine Verschiebebahnhöfe)?
- Wie viel von der Kooperation kommt beim Einzelfall an?
- Wie sieht es mit der Qualität von Pädagogik in therapeutischen/heilpädagogischen Einrichtungen aus?
Um zur Klärung dieser Fragen beizutragen, ist es Anliegen dieser Tagung, sich mit folgenden Aspekten auseinanderzusetzen:
- Konzentration auf ältere (psychisch belastete) Jugendliche,
- Begriffsklärung "psychisch krank" + Vorstellung der empirischen Basis und der Kosten,
- Befassung mit der Gruppe schwer psychisch gestörter Jugendlicher aus medizinischer und erziehungswissenschaftlicher Sicht und den Therapie- bzw. Hilfsmöglichkeiten,
- Diskussion kommunaler Kooperationsstrategien und gelungener Praxis-Projekte,
- Diskussion sowohl der Möglichkeiten der Zusammenarbeit von Kinder- und Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie unter den jetzigen gesetzlichen Rahmenbedingungen als auch im Falle, es gäbe eine Verständigung auf die "große Lösung".
Diskutieren Sie mit, dazu laden wir Sie herzlich nach Berlin ein!


